Bericht zur Tagung „Systemisches Konsensieren“ am 30.05.2026

  • Termin: 30.05.2026
  • Ort: Köln
  • Referent: Norvisi Stanic

Die BmK hat eingeladen, Entscheidungsprozesse neu zu denken. Unsere Referentin und langjähriges Mitglied Norvisi Stanic stellte 11 Teilnehmenden die Methode des „Systemischen Konsensierens vor mit dem Hauptmerkmal, sich den Widerständen zu widmen, die einen Konsens erschweren.

Der Fokus auf die Widerstände führte zu einem anderen Blick auf Konflikte und daraus resultierenden gemeinsamen „konsensischen“ Lösungen. Die Methode des Systemischen Konsensierens wurde bereits in den 1970er Jahren von zwei Systemanalytikern aus Österreich entwickelt, die Entscheidungsprozesse in Unternehmen begleiteten und analog zum Stromfluss erkannten, dass die Energie am besten fließen kann, wenn man den wenigsten Widerstand hat. So kann – ihrer Meinung nach – ein machtfreier Raum zur Entscheidungsfindung entstehen. (Weitere Informationen hier: https://sk-prinzip.eu/) 

Wir lenkten also einen Tag lang unseren Blick nicht darauf, wie der Strom noch besser fließen könnte, sondern wie man die Widerstände kleiner werden lässt.  

Das Ziel sind immer tragfähige Gruppenentscheidungen. Das Systemische Konsensieren fragt nicht: Wer ist dafür? Sondern fragt: Wie doll bist du dagegen? Professioneller formuliert sind die zwei Kernfragen: Gibt es zu diesem Vorschlag Einwände? Und wenn ja, wie schwerwiegend sind diese? Diese Fragen sind gar nicht neu und vor allem im sprechwissenschaftlichen Kontext vom Klären und Streiten quasi in unseren Profi-Genen verhaftet, um so erhellender fand ich viele Aspekte des Systemischen Konsensierens. 

Norvisi stimmte uns schon vor der Tagung direkt mit einer Online-Abfrage zur Wahl der Mittagspausengestaltung ein. Das Ergebnis dieser Abfrage haben wir dann aufgrund von neuen Informationen (Wetter, Weg, Erfahrungsberichte) verworfen und mit Hilfe des „schnellen Konsensierens“ eine neue Entscheidung getroffen. Ich sag mal so: am Ende war es eine leckere und entspannte Pause, der Entscheidungs-Weg dahin fühlte sich steinig an. Nach der Mittagspause folgten wir unter Norvisis Anleitung dann den neun Schritten des „vertieften Konsensierens“ und nutzten ganz pragmatisch Themen, die konkret die BmK betreffen. Auch hier kamen wir zu einem Ergebnis, das wir als „Kooperative Entscheidungsempfehlung (KEE)“ direkt dem in der anschließenden Mitgliederversammlung neu gewähltem Vorstand mitgeben konnten. Das hat sich sehr produktiv und vor allem „konsensisch“ angefühlt. 

Dank Norvisi konnten wir die Methode des Systemischen Konsensierens kennenlernen und direkt ausprobieren, die Kommentare der Schlussrunde bestätigten dies vielfach. Vielen Dank für diesen gelungenen Fortbildungstag! 

Josefine Méndez, Teilnehmerin