Bericht zur bmk-Tagung 2013

„Lächeln – Morgen wird noch schlimmer!“ am 8. Juni 2013 in Bochum

Tagungsbericht

Absichtlich witzig sein – kann man das lernen? Dieser Gedanke dürfte den meisten Teilnehmern zu Beginn unserer Fortbildung im Kopf herumgehen.

Matthias Menne, Radiomoderator, Kabarettist und Sprecherzieher ist angetreten, um zehn bmk-Mitgliedern die Kunst – oder das Handwerk? – des Humors nahezubringen. Die Fortbildung findet an der Ruhr-Universtität Bochum statt. Die Gastgeberin Annette Mönnich hat dafür gesorgt, dass wir uns sofort wohlfühlen: Hinweisschilder leiten die Ortsunkundigen sicher durch das Gebäudelabyrinth der Ruhr-Uni. Unser Sitzungsraum bietet großzügigen Platz und einen entspannenden Fernblick in die Umgebung.

Matthias Menne als Referent verknüpft Theorie und Praxis des Humors. Wir steigen ein mit der Frage, was Humor eigentlich ausmacht und grenzen Witz, Satire, Kabarett und Comedy voneinander ab. Schon bald sind wir dann selbst mitten dabei, Gags und Witze zu produzieren. Matthias erklärt, wie Wortspiele und Kalauer konstruiert sind, und wir probieren es selbst aus. Schon bei den ersten Versuchen sind etliche Lacher dabei.

Später wird es dann Bochum_2013noch systematischer. Wir arbeiten mit einem Konstruktionsschema, dass sich die Mehrdeutigkeit von Begriffen zu Nutze macht, um mit den Erwartungen der Hörer zu brechen. Das kann z.B. so aussehen:
„Heute war ich schon fünf Kilometer laufen.“ – Wer denkt jetzt nicht an Fitness und Gesundheit?
„Der Ladendetektiv hat erst nach viereinhalb Kilometern aufgegeben.“

Als wir es selbst ausprobieren, merken wir, wie viel harte Arbeit in einem guten Witz oft steckt. So entstehen allerhand Versuche, die leider nur mäßig witzig sind. Aber – überraschend und ermutigend – auch einige wirklich lustige Perlen. Zu unserer Beruhigung erfahren wir, dass es Profis nicht anders geht. Auch bei denen gilt die Faustregel, dass auf einen guten Witz zehn unlustige Versuche kommen.
Zwischendurch gibt es noch zahlreiche Hörbeispiele von Kabarettisten und Comedians. Außerdem hat Matthias eine ganze Reisetasche voller Bücher rund um den Humor mitgebracht. So ergeben sich anregende Diskussionen darüber, wer eigentlich was witzig findet und warum.

Schließlich versuchen wir uns an kleinen Sketchen. Drei Leute spielen nach einer Vorgabe eine absurde Szene. So erleben wir z.B. einen Proleten, der arg mit dem Wasserhahn auf der Toilette des Nobelrestaurants zu kämpfen hat. Hier sind Sprecherzieher offenbar in ihrem Element, denn ohne große Vorbereitung ergeben sich sehr unterhaltsame Szenen.

In der Fortbildung gibt es zum einen viele Gelegenheiten zum Mitmachen und Ausprobieren. Zum anderen hat Matthias Menne einen sehr systematischen Ansatz gewählt. Beim Thema Humor mag das unerwartet sein, ist aber gerade hilfreich, um zu sehen, dass gute Witze eben auch planbar sind und nicht ausschließlich auf glücklicher Eingebung beruhen. So erleben wir einen Tag, an dem wir einiges an Humor-Handwerkszeug bekommen und außerdem reichlich zu lachen haben.

Mit dabei waren:
Nils Beckmann, Marion Bertling, Gaby Debye-Göckler, Cornelia Ertmer, Elisa Franz, Annette Lepschy, Matthias Menne, Annette Mönnich, Torsten Rother, Burkhard Schell und Sabine Seggelke.

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Ein Gedanke zu „Bericht zur bmk-Tagung 2013

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